Zielgruppen, Kampagnen und Lernziele auf konkrete Risiken ausrichten

Security Awareness: Ein Programm für sicheres Handeln im Arbeitsalltag

Ein Security-Awareness-Programm verbindet Sensibilisierung, Training und klare Arbeitsabläufe.

  • 01Risikobezogene Zielgruppen statt identischer Inhalte für alle
  • 02Kampagnen mit Lernziel, Zuständigkeit und passendem Meldeweg
  • 03Teilnahme, Lernerfolg und Verhalten getrennt auswerten
11+Jahre Erfahrung
120+Mitarbeitende
540+Projekte
ISO 27001zertifiziert

Was ein Awareness-Programm leisten muss

Beschäftigte brauchen mehr als eine Liste von Bedrohungen: Sie müssen wissen, wie sie eine kritische Situation erkennen, welche Handlung erlaubt ist und wen sie im Zweifel erreichen. Ein Programm beginnt deshalb bei Ihren Arbeitsprozessen. Für den Einkauf kann das die Änderung einer Bankverbindung sein, für den Helpdesk eine Identitätsprüfung und für die Geschäftsleitung eine Entscheidung während eines Vorfalls.

Aus diesen Situationen entstehen Zielgruppen, überprüfbare Lernziele und ein abgestimmter Maßnahmenplan. Schulungen üben die notwendigen Fähigkeiten; begleitende Kommunikation macht Regeln und Hilfsangebote erreichbar. Nach einer Maßnahme wird geprüft, ob die Inhalte verstanden wurden und ob sich der vorgesehene Ablauf anwenden lässt. Hohe Teilnahme allein belegt weder sicheres Verhalten noch eine bestimmte Verringerung erfolgreicher Angriffe.

Im vereinbarten Projektumfang erarbeiten wir eine priorisierte Themen- und Zielgruppenmatrix sowie einen umsetzbaren Kampagnenplan. Konkrete Trainings, Simulationen, Plattformanbindungen und wiederkehrende Betreuung werden gesondert nach Zielgruppe und vorhandener Infrastruktur festgelegt. Ihre Organisation benennt Ansprechpartner, gibt Kommunikationswege frei und entscheidet über interne Regeln und die Nutzung personenbezogener Auswertungen.

Auswertung vor dem Start festlegen: Bestimmen Sie Lernziel, Datenquelle, Zugriff und Aufbewahrung, bevor eine Übung beginnt. Eine Übung soll eine sichere Handlung erlernbar machen; individuelle Ranglisten oder eine Beschämung von Mitarbeitenden sind dafür kein notwendiger Bestandteil.

2 Leistungsbausteine

Awareness-Analyse, Kampagnenplanung und Trainingsbausteine

01

Awareness-Analyse und Programmplanung

Aus vorhandenen Richtlinien, Vorfällen und typischen Tätigkeiten entsteht eine begründete Reihenfolge der Themen. Das Ergebnis ist eine Zielgruppen- und Maßnahmenmatrix mit Verantwortlichen, notwendigen Freigaben und offenen Entscheidungen.

  • Bestehende Schulungen, Meldewege und Kommunikationskanäle erfassen
  • Konkrete Arbeitssituationen und gewünschte sichere Handlungen beschreiben
  • Reichweite, Lernprüfung und beobachtbares Verhalten als getrennte Größen planen
  • Maßnahmen, Freigaben und nächste Überprüfung in einem Kampagnenplan festhalten
02

Trainings, Simulationen und begleitende Kommunikation

Für die ausgewählten Lernziele werden passende Übungen und Kommunikationsbausteine vorbereitet. Die Übergabe enthält die vereinbarten Inhalte, Hinweise zur Durchführung und ein Auswertungsschema; technische Simulationen und Plattformbetrieb benötigen einen ausdrücklich vereinbarten Rahmen.

  • Formate an Rollen, Sprache, Barrierefreiheit und verfügbare Arbeitszeit anpassen
  • Übungen mit sicherem technischem Rahmen und anschließender Rückmeldung planen
  • Verständliche Handlungsanweisungen für Intranet, Führungskräfte oder Onboarding erstellen
  • Aus Ergebnissen konkrete Änderungen an Lerninhalten oder Arbeitsabläufen ableiten

Beispiel: Drei Zielgruppen, drei überprüfbare Handlungen

Die folgende Matrix ist eine eigene illustrative Arbeitshilfe. Sie zeigt, wie aus einem Risiko eine Maßnahme und ein prüfbares Ergebnis werden. Sie enthält keine Kundendaten und keine behaupteten Projektergebnisse.

Beispiel für einen Kampagnenplan; Termine, Freigaben und Messwerte werden im eigenen Programm ergänzt. Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle horizontal verschieben.
Zielgruppe und SituationGewünschte HandlungMaßnahmePrüfnachweisVerantwortung und Folgeentscheidung
Einkauf: Änderung einer Lieferanten-BankverbindungÄnderung anhalten und über einen bekannten unabhängigen Kontakt prüfenFallübung mit echter interner Freigaberegel und kurzer ArbeitshilfeLernaufgabe unterscheidet bekannte Kontaktquelle von Daten aus der verdächtigen NachrichtEinkaufsleitung prüft, ob der reale Freigabeprozess die Handlung ermöglicht
Helpdesk: Anruf mit dringender Bitte um einen KontoresetVorgesehene Identitätsprüfung durchführen und Abweichungen eskalierenRollenspiel mit erlaubtem Rückruf- und EskalationswegBeobachtung anhand vorab erklärter Prüfkriterien; keine Veröffentlichung persönlicher ErgebnisseHelpdesk-Verantwortliche korrigieren unklare oder nicht erreichbare Eskalationswege
Führungskräfte: Verdächtige Zahlungsanforderung während einer StörungZahlungsentscheidung und Vorfallmeldung nach festgelegten Zuständigkeiten trennenKurze Entscheidungsübung mit AusweichkommunikationEntscheidungsprotokoll benennt zuständige Rollen und offene InformationsbedarfeGeschäftsleitung klärt Vertretung und Erreichbarkeit vor der nächsten Übung

5 Phasen

Vom Arbeitsrisiko zum überprüfbaren Kampagnenplan

Der Ablauf wird an vorhandene Maßnahmen und verfügbare Personen angepasst. Vor einer breiten Einführung wird ein abgegrenzter Teil mit der vorgesehenen Zielgruppe geprüft.

  1. Bestand aufnehmen

    Richtlinien, relevante Vorfälle, Zielgruppen, bestehende Trainings und erreichbare Meldewege zusammentragen.

    gemeinsame Ausgangslage und erkennbare Lücken.

  2. Prioritäten bestimmen

    Für jede ausgewählte Situation das gewünschte Verhalten, eine verantwortliche Rolle und ein überprüfbares Lernziel festhalten.

    freigegebene Zielgruppenmatrix.

  3. Maßnahmen vorbereiten

    Inhalte, Formate, Kommunikationswege und Auswertung abstimmen.

    Kampagnenplan mit den für die Umsetzung benötigten Freigaben.

  4. Pilot auswerten

    Verständlichkeit, Erreichbarkeit des Meldewegs und Lernaufgabe prüfen.

    dokumentierte Anpassungen vor dem weiteren Rollout.

  5. Programm weiterführen

    Ergebnisse und neue Arbeitsrisiken regelmäßig besprechen.

    begründete nächste Maßnahmen statt eines unveränderten jährlichen Pflichttermins.

Sarah Richter

Ansprechpartner

Sarah Richter

Head of Informationssicherheit, Cyber Security

10+ Jahre Erfahrung, CISA, CISM, Lead Auditor, DORA, NIS2, BCM, Cyber- und Informationssicherheit

Security Awareness ist der Schlüssel zu nachhaltiger Informationssicherheit. Wer seine Mitarbeitenden sensibilisiert und befähigt, macht das Unternehmen resilienter, innovativer und besser aufgestellt für die Zukunft.
Expertenmeinung von ADVISORI

17 FRAGEN, KURZ BEANTWORTET

Häufig gestellte Fragen zu Security Awareness

Was gehört zu einem Security-Awareness-Programm?

Ein Programm verbindet relevante Arbeitsrisiken, Zielgruppen, Lernziele, Maßnahmen und eine wiederkehrende Auswertung. Dazu gehören ein verständlicher Meldeweg und Verantwortliche, die unsichere Abläufe tatsächlich ändern können. Ein Beispiel: Beschäftigte üben die Prüfung geänderter Zahlungsdaten, während der Einkauf den passenden Freigabeprozess bereitstellt. Schulung und Arbeitsprozess werden gemeinsam betrachtet.

Wie wird ein Awareness-Programm aufgebaut und betrieben?

Erfassen Sie zuerst vorhandene Trainings, Richtlinien, Vorfälle und Kommunikationswege. Wählen Sie priorisierte Arbeitssituationen und legen Sie je Situation das gewünschte Verhalten fest. Danach folgen Maßnahmenplan, Freigaben und ein begrenzter Pilot. Im laufenden Programm bespricht eine benannte Rolle die Ergebnisse, offene Prozessprobleme und neue Themen. Der Plan wird anhand dieser Entscheidungen aktualisiert.

Wie lassen sich Akzeptanz, Zeitbedarf und technische Hürden behandeln?

Fragen Sie nach den tatsächlichen Hindernissen: fehlende Zeit, unverständliche Regeln, unzugängliche Inhalte oder ein nicht erreichbarer Meldeweg. Planen Sie kurze passende Formate und testen Sie diese mit der Zielgruppe. Eine zusätzliche Erinnerung löst keinen widersprüchlichen Prozess. Für technische Plattformen sollten Zustellung, Anmeldung, Barrierefreiheit und Support vor dem Rollout geprüft werden.

Welche Nachweise liefert Awareness für Datenschutz und Compliance?

Geeignete Nachweise können den zugewiesenen Inhalt, die Zielgruppe, die Durchführung und eine passende Lernprüfung dokumentieren. Daraus folgt keine pauschale Erfüllung aller rechtlichen oder normativen Anforderungen. Legen Sie für die konkret geltende Anforderung fest, was nachgewiesen werden soll und wer die Bewertung verantwortet. Eine Teilnahmequote allein belegt weder Verständnis noch die praktische Anwendung einer Regel.

Wie unterscheiden sich Inhalte für verschiedene Zielgruppen?

Beginnen Sie bei Aufgaben und Entscheidungen: Der Einkauf prüft Zahlungsänderungen, der Helpdesk Identitäten und die Administration privilegierte Zugriffe. Passen Sie Beispiele, Begriffe, Sprache und Übungstiefe daran an. Nicht jede Person braucht dieselbe technische Erklärung. Prüfen Sie mit einer realistischen Lernaufgabe, ob die Zielgruppe anschließend die vorgesehene sichere Handlung ausführen kann.

Wie wird aus einem Thema eine umsetzbare Awareness-Kampagne?

Beschreiben Sie ein Risiko, eine Zielgruppe und die gewünschte Handlung. Wählen Sie dann einen Kommunikationskanal, eine Übung und eine erreichbare Hilfestelle. Benennen Sie Freigabe und Auswertung. Im Kampagnenplan oben ist beispielsweise die unabhängige Prüfung geänderter Bankdaten mit einer Fallübung und einer anschließenden Prüfung des realen Freigabeprozesses verbunden.

Wie werden internationale Teams berücksichtigt?

Klären Sie benötigte Sprachen, Zeitzonen, Zugangsbedingungen und lokale Arbeitsabläufe. Übersetzte Wörter allein machen eine Übung noch nicht verständlich: Kontaktwege, Zahlungsprozesse und Beispiele können regional anders aussehen. Prüfen Sie die Inhalte mit Personen aus der jeweiligen Zielgruppe. Regeln zur Auswertung und zum Umgang mit Beschäftigtendaten müssen im konkreten organisatorischen und rechtlichen Rahmen geklärt werden.

Was benötigen Führungskräfte und Fachspezialisten?

Führungskräfte üben Entscheidungen und Eskalationen, etwa den Umgang mit einer verdächtigen dringenden Zahlungsanforderung. Fachspezialisten brauchen aufgabenbezogene Szenarien zu den von ihnen verantworteten Systemen oder Daten. Legen Sie vorab fest, welche Entscheidung die jeweilige Rolle treffen soll und welche Informationen sie dazu benötigt. Eine Übung ersetzt keine fehlende Zuständigkeitsregel.

Wie sollten Phishing- und Social-Engineering-Übungen eingesetzt werden?

Definieren Sie Lernziel, Zielgruppe, technische Grenzen, Freigabe und Rückmeldung vor der Durchführung. Bewerten Sie neben einer Reaktion auf die Nachricht auch die Nutzung des vorgesehenen Meldewegs. Die Schwierigkeit und Zustellbedingungen einer Simulation beeinflussen das Ergebnis. Einzelne Klickraten dürfen deshalb nicht ungeprüft zwischen Kampagnen verglichen oder als Beweis einer bestimmten Angriffsreduktion ausgegeben werden.

Wie werden Datenschutzregeln praktisch vermittelt?

Verwenden Sie konkrete Verarbeitungssituationen: eine Datei freigeben, einen Empfänger prüfen oder einen Datenträger weitergeben. Die Lernaufgabe sollte zeigen, welche Daten benötigt werden, wer Zugriff erhalten darf und an wen Unsicherheiten gemeldet werden. Abstimmung mit der zuständigen Datenschutzfunktion ist bei der Themenwahl und bei personenbezogenen Auswertungen wichtig. Benötigte Freigaben werden vor dem Start festgehalten.

Was gehört zu Awareness für Cloud, mobiles Arbeiten und Homeoffice?

Geeignete Themen sind Freigabelinks, Zugriffsberechtigungen, Identitätsprüfungen, Geräteverlust und die Arbeit mit erlaubten Anwendungen. Üben Sie anhand der tatsächlich eingesetzten Werkzeuge und Regeln. Beschäftigte brauchen einen sicheren, praktikablen Weg für die erlaubte Tätigkeit. Fragen zur technischen Absicherung und zum Betrieb der Plattform bleiben Aufgaben der zuständigen IT- und Sicherheitsfunktionen.

Welche Rolle spielt Awareness bei einer Vorfallmeldung?

Beschäftigte sollten erkennen, wann sie eine Beobachtung melden sollen, welche Stelle erreichbar ist und welche Informationen hilfreich sind. Eine Übung kann den Meldeweg und die Rückmeldung testen. Technische Untersuchung und Eindämmung liegen bei den dafür vorgesehenen Funktionen. Für das Programm ist zu prüfen, ob der Weg verständlich, erreichbar und bei einer Störung noch nutzbar ist.

Wie werden Lieferanten und externe Dienstleister einbezogen?

Klären Sie zuerst, welche Tätigkeiten Externe ausführen, welche Informationen sie benötigen und welche Regeln vertraglich oder organisatorisch gelten. Passende Einweisungen können Zugriffsgrenzen, Identitätsprüfung, Meldewege und den Umgang mit Daten behandeln. Verantwortung für Inhalt, Durchführung und Nachweis wird mit dem zuständigen Leistungsinhaber vereinbart. Ein allgemeines Mitarbeitertraining ersetzt diese Klärung nicht.

Wie wird das Programm bei neuen Technologien aktualisiert?

Ein neuer Arbeitsprozess oder ein neues Werkzeug ist ein Anlass, die relevanten Entscheidungen zu überprüfen. Beim Einsatz generativer KI können das erlaubte Daten, Freigaben und die Prüfung von Ergebnissen sein. Erfassen Sie, welche bestehende Regel betroffen ist, welche Zielgruppe zusätzliche Übung braucht und wer den Inhalt freigibt. Eine Trendbezeichnung allein begründet kein neues Trainingsmodul.

Wie unterstützt Awareness Krisenmanagement und Business Continuity?

Für Krisen- und Wiederanlaufszenarien stehen Rollen, Vertretung, Ausweichkommunikation und Entscheidungswege im Vordergrund. Eine kurze gemeinsame Übung kann zeigen, ob diese Abläufe auch ohne den üblichen Kommunikationskanal funktionieren. Dokumentieren Sie fehlende Informationen und Entscheidungen. Awareness ergänzt die fachliche Notfallplanung; die Vorbereitung und Abnahme eines vollständigen Kontinuitätsplans sind ein eigener Umfang.

Wie wird die Wirkung des Programms überprüft?

Legen Sie vorab fest, was die jeweilige Maßnahme zeigen soll. Teilnahme beschreibt Reichweite, eine Lernaufgabe Verständnis und eine geeignete Beobachtung die Anwendung eines Ablaufs. Vergleiche brauchen passende Bedingungen und eine dokumentierte Ausgangslage. Eine Veränderung kann auch durch technische oder organisatorische Maßnahmen entstehen. Bericht und Folgeentscheidung sollten diese Grenzen benennen, statt einen einzelnen Wert als kausale Risikoreduktion auszugeben.

Wovon hängen Aufwand und Laufzeit eines Awareness-Programms ab?

Wichtige Faktoren sind Anzahl und Aufgaben der Zielgruppen, Sprachen, vorhandene Inhalte, erforderliche Freigaben, Formate und technische Plattformen. Ein Pilot und die Auswertung benötigen ebenfalls verfügbare Ansprechpartner. Eine längerfristige Betreuung ist ein eigener Umfang. Vor einer Aufwandsschätzung sollten diese Punkte und die erwarteten Übergaben festgelegt werden; aus dem Beispiel-Kampagnenplan folgt keine feste Projektlaufzeit.